Donnerstag, 30. November 2006

(K)alte Bücher in kalten Hallen

…auf linoleumbedeckten Fußböden rennen geschäftig-telefonierende Studenten aus den stillen Hallen der lesenden Gemüter. Und mitten drin sitzt man an einem Samstag, ärgert sich über das (nur wochentags)anwesende Personal und nicht erledigte Vorbestellungen, wühlt sich orientierungslos durch halbvergilbte 68er Papiere der DUZ* und meißelt für wichtig gehaltene Textbruchstücke in die Tastatur oder zieht eine unlesbare Tintenlinie auf gehobelten und gebleichten Baum. Kurz, man ist in der deutschen Bücherei zu Leipzig .

Der anschließend entspannende Teil, führte durch das vorweihnachtliche aber zweihnachtsgeschäftige Leihen- und Freilufttheater des Sächsischen christmass(t)-Materialismus. Auch wenn ich mich immer sicherer durch die Flut von Krishnagesängen, tütenschleppenden Vätern und schnäppchenheischenden Rentnern bewege, macht mich der Laufstegcharakter der von hellerleuchteten Konsumtempelfassaden gesäumten Straßen immer noch nachdenklich. Gott sei Dank bin ich an keiner Passage** vorbeigemorpht, bei der einem suppenzuzellnde und bracketbesäumte*** Teenies aus dem Fenster zusehen. In dieser Situation bin ich immer nicht sicher, wer jetzt die zoologische Kuriosität darstellt und auf welcher Seite das Gattungsschild angebracht werden müsste.
Nachdem wir zwanghaft nach der Spezies der Vielen (ez.: ein Viel) in einigen Leipziger Nebengassen gesucht haben, sind wir noch zünftig in einen sehr anspruchsvollen nachdenklichen Celluloidstreifen namens Winterreise gegangen. Alle Filesharer und Edonker, sollten sich dieses Stück Cineastig einmal ansehen.
Der Freitägliche Freitag wurde zuvor in tanzender Pose, mit einer Nikon D70
im Anschlag und der grinen Kuzine beendet.
Am Sonntag saß man dann ganz studentisch von 10.30 bis 14 Uhr beim Brunch in einer bekannten Chemnitzer Lokation, ließ sich die 0,2 l inklusiv - Apfelsinensaft in den Rachen laufen und erlabte sich an gar wundersamen Speisen aus nie zuvor gehörten Handelsketten Ländern. Harald Schmidt hat ein klasse Interview in der Zeit gegeben, die Rente mit 67 kommt und Vati wird - weil er 45 Jahre wird eingezahlt haben - nicht davon betroffen sein…

Ich bin nun stolzer Besitzer von 3 Babylon Circus Alben und warte auf Godot Schnee…

* deutsche universitätszeitung
** siehe Walter Benjamins Passagenwerk [Abschnitt "Stadt"]
***debonding längst überfällig

Donnerstag, 23. November 2006

Ich bin drin....

[Le mouvement fait partie de notre nature. La tranquillité absolue est la mort.]

*riesige Freude in der Weststraße 50 - 3 Stock*

Montag, 20. November 2006

Spielerherbst `06

… wenn normale Studenten nach ihren Urlaubsmonaten wieder in den von Steuergeldern durchwärmten Hörsaal strömen und die Zeugen mit dem Wachturm auf dem begrünten Mittelstreifen zwischen Zu- und Abfluss der Innenstädtischen Verkehrsadern auf bekehrenswertes Studentenpack warten, dann ist Meinereiner zwischen Essen, Dresden, Leipzig, München, Augsburg und Glauchau unterwegs um dass Spiel unter Weihnachtsbäume und Geld auf ein Bafögverwöhntes Konto oder zurück in die Spielende Zunft zu spülen.

Die Sonderausstellung im Hygienemuseum und der romantische Blick des Schlosses Pillnitz oberhalb der Weinberge auf die in Nebelgepackten Elbwiesen sei all jenen empfohlen, die zweisam einen schönen tag a la Hannes und Agnes in Dresden verbringen wollen.

Der Messeherbstmarathon beginnt noch seicht in hiesigen Gefilden in Markus` ehemaliger Residenzstadt mit dankbarem Publikum und robusten Stimmbändern. Der Schlag einer in sich zusammenbrechenden Tischkonstruktion in meinen Nacken kann als Startzeichen einer nun schon routinemäßigen aber abwechslungsreichen Stand – Ovation bezeichnet werden.

Während ich mich salbeibonbonlutschend mit wilden Gesten in Richtung meines Messestandes an einem rollbaren Zweimeter Spieleturm mit Mensch vorbeischiebe verpasse ich das erste mal meinen unicert-Englischkurs in Chemnitz und zelebriere mit einer Gedenksekunde die Halbzeit meines Spielherbstes. Manche Spieler in Essenmag ich nicht, da sie fordernd bis neidisch an einem Tisch glucken und annehmen dass man als Erklärbär weder Nahrung noch Flüssigkeit braucht.

Besonders lustig war das realwirtschaftliche Intermezzo in Giengen bei Augsburg, wo ich als Herr – ihr wisst schon wer- [Konzeptentwicklung | Prozessoptimierung] bei Herrn Prof. Knoblauch vorgestellt wurde. Seineszeichens Erfinder von tempus, disg, www.ziele.de,...
Der gute Herr möchte seine Produktpalette spieltechnisch erweitern, erbat sich Empfehlungen, Idee und Expertenunterstützung für das Thema. Der Ablauf dieser luftigen Ganztagsnummer und die trotzdem viel versprechenden Kooperationsangebote des KIT-Teams aus Glauchau werden eventuell später Eingang in das Textnirwana dieses Blogs finden.

Zwei Tage Chemnitz, dann wieder auf die Schiene…

München war dann aber ganz lustig. Bayrische Beschaulichkeit, gut gemeinte Amateurdolmetscher in Richtung native-speakers, ein samstäglicher Dauereinsatz von 9-24 Uhr und ein letztes Spielepaket rundeten den Spielherbst ab.

Ein Herr Pehnke aus Greifswald wird mich bei meinen reformpädagogischen Studien begleiten und bahnt connections nach Skandinavien.

Eine Studie zu Thema Älter und Spiel ist in Arbeit….

Das Campusmagazin kommt im Dezember…

Herr Voss lohnt sich…

Eventuell kann ich bald einen digitalen Schampus öffnen, da materielle Unabhängigkeit ins haus steht. Dazu aber später!

- How und jetzt (Samstag Nachmittag) geh ich mit Feli Drachensteigen -

Montag, 16. Oktober 2006

Die Parkeisenbahn und der Postkommunismus

Was ist blau und kriecht am Boden, hat eine Passion für funktionierende und regulierte Allmacht, wenn es aufrecht steht kann es Zahlekolonnen herunterbeten und wenn es Frei hat arbeitet respektive baut es?

Ja wir hatten am gestrigen Sonntag das Vergnügen mit der Spezies des Model- und/oder Parkeisenbahners. Also Herren im mittleren bis rentenfähigen Alter, die sich im Keller oder hinter Reglertischen verschanzen, an Sonnigen tagen „ihre Welt“ als Marionette tanzen lassen und stolz Spurbreiten und Maßstabstabellen wie unsereins Schillers `Glocke` herunterbeten können. Ganz nach der Devise: Hier bin ich Eisenbahner, hier darf ich sein!
In unserem Fall hat dieses possierliche Auftreten und überwichtigen Pappmasche -Weltenbildner aber den faden Beigeschmack von längst überwundengeglaubten Zeiten.

Jetzt heißen die Pioniere Parkeisenbahner, wenngleich die Uniformen geblieben sind. Kaffee gibt’s noch für 30 Pfennig Cent, die Toilette wird auch auf „Spül-Ermahnungs-Aufforderungen“ noch Klo genannt und Loks laufen wie zu Planwirtschaftszeiten im Dauerbetrieb, also auch die Realität in Form realpreisorientierter Treibstoffkosten vermag nicht in diesen sonntäglichen Mikrokosmos vorzustoßen. Sisyphosarbeit wird hier als Ritual zelebriert. Motorenrhythmen, Maschinenlärm und Warnausrufe der Gattung „VORSEHEN!“ scheinen in den Ohren der beschriebenen Spezies unter dem Überbegriff „phonetische Wohlklänge“ zu fallen. Auf neuzeitlichen Schautafeln wird das Verständnis für ein funktionierendes Gesamtsystem, Normen, Regeln, Befehlsketten und Dienstgehorsam als pädagogisches Ziel des „Jugendbahnbetriebes“ ausgewiesen. Der Technokrat und Normerfüllende Erbsenzähler findet hier sein letztes Reservat.

Meine Wenigkeit freut sich über den Abschluss aller meiner Zwischenprüfungen, dem Knacken der beziehungstechnischen 5-Jahres-Marke und ob der anstehenden Spielemesse ab kommenden Donnerstag.

Außerdem kann ich nunmehr mit neuer Motivation an der Pflege dieses „reproduktiven Versuches“ arbeiten, da durch den am rechten unteren Rand eingereichten Zähler signifikante Hinweise auf einen beständigen Besucherstamm erhoben werden konnten.
Der Blog lebt also doch noch auch wenn die Kommentarspalten den interessierten Leser weiterhin durch weise Lettern auf weisem Grund anschweigen.

Mittwoch, 27. September 2006

Taschenschicksal

golden prangt
Kommerzesstempel
auf der Tasche
Druckerzeugnis

deines Trägers
Wunschesabbild
inszeniert als
Requisit

Dienst dem
Träger
bald als
Zierde

dann ereilt dich
Taschenschicksal
Ehr erbietend
Dunkelecke

wirst gehortet
Bündelweise
beraubet jedwed`s
Unikum

nur der Schranktür
Etikett
Momentgedenken
… Bestenfalls


[Aphorismen und andere Untaten]

Dienstag, 12. September 2006

man höre doch mal rein...

N.O.H.A- balkan hot step

Montag, 11. September 2006

Grasser Fußballpapst und das Sommerloch

Begonnen hat alles mit dem Fahne Zeigen als Freunde da waren. Ein ganz Blatter Freund hat zwar Millionen und ein Verdienstkreuz mitgenommen aber Kreuze kamen ja im September ohnehin ins Sonderangebot wenngleich sie dann durch PB* nicht durch BP** vergeben wurden. Wir waren trotzdem toll(wütige) Gastgeber, konnten stolz auf uns(ere Mannschaft) sein und kurzzeitig auch wieder Nationalhymnen beim Laufen auf der Mittelspur grölen. Während die Textilindustrie von Schwarz-rot-gold auf weiß-gelb umstellt, häuten wir uns durch Sonnenbrand und andere beim Zwiebelschälen. Der unterschied ist nur, dass wir für ein Paar Tage rot werden und andere einen Braunen Dauerschimmer davontragen. Natürlich trieb das Häuten auch Tränen in die Augen die dann beim Winken vor der Münchner Marienkirche in ein Me(e|h)r an Spiritualität und wer will auch hintersinnigen Humor eingehen durften. Spätestens als die Pflichtbewussten Papa-Razi`s mit dem Ratzifummel die letzten Blauen Kleckse von Geburtshäusern tilgten ist wieder alles in deutscher Ordnung.
Man darf hoffen, dass Herrn G.G. nicht die Luft ausgeht, der Papst nicht zum säkularen Flakhelfer wird und auch Ball und Waffe( siehe Schützenverein) wieder öfters von ihren Eltern mit in die Kirche genommen werden.

* Papst Benedikt
**BundesPräsident

Freitag, 8. September 2006

...man findet sich zusammen!

droppingknowledge
droppingknowledge - ich bin begeistert und hab es leider zu spät erfahren!

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Zuletzt aktualisiert: 17. Apr, 22:14

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