Filmisches

In den letzten Tagen habe ich mir wieder Gelegenheit geschaffen und gute Filme auf mich wirken lassen, die ich hiermit doch weiterempfehlen möchte:


war photographer (2001)

Allen voran ein sehr tiefgründiger, ruhiger, nachdenklich-machender und doch schöner Film über den Dokumentar- und Kriegsfotographen James Nachtway. In knapp 100 Minuten reflektieren "Bildmacher" die Möglichkeiten des Augenöffnens durch ihre Arbeit. Nah dran - Weit weg und auch im Spannungsfeld zwischen individuellem Leid und massenmedialer Sensation... Viele Denkanstöße und "messerscharfes" Kino!


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Waltz with Bashier (2008)

Das Genre des zum Comic-Movie nachbearbeiten Films ist ja bereits in "a scanner Darkley" beeindruckend umgesetzt worden. Der Film Waltz with Bashir thematisiert mit der selben Technik die Rückerinnerungsodyssee eines Soldaten, der im Libanonkrieg (1982) Zeuge des Massakers von Sabra und Schatila war. Er sucht Zeugen und finden Kammeraden die ihre Art der Verdrängung gefunden haben. um weiter funktionieren zu können. Die Comic Technik soll entfremden, um das Thema auch in Israel platzieren zu können. Vor dem aktuellen Anlass der Menschenrechtsverletzung während des Gaza-Krieges durch die Israelis gewinnt das Thema an neuer Brisanz. Ein scharfsinniger Film mit Ambitionen.


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Dialog mit meinem Gärtner (2007)

Ein Maler und Künstler nach Klischee zieht nach einer im Rausch verlebten ersten Lebenshälfte zurück in sein Geburtshaus. Bald entpuppt sich der einfälltige doch bauernschlaue Gärtner als Busenfreund aus Kindertagen, der nicht "rausgekommen" und mit seinem engem Tellerrand zu Frieden ist. In sanften Schritten bewegt man sich wieder aufeinander zu und lernt von der weltgewandtheit bzw. einfachheit des anderen. Ein Film der die Themen Alter(n), Lebenswege bzw. -entwürfe und Freundschaft sehr anrührend offeriert. Chapeau! auf das Französische Kino


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Jugend ohne Jugend (2007)

Ein mit Selbstmordsinnende Professor der Sprachwissenschaft wird 1938 vom Blitz getroffen und verliert seine verlobte. Daraufhin verjüngt er dauerhaft auf 35 Jahre, kann Bücher quasi aufsaugen und andere Menschen in bescheidenem Maße telekinetisch beeinflussen. Ob seiner Jugend suchen ihn bald die Nazis die ihn für (historisch real belegte) Hochspannungs- und Verjüngungsexperimente studieren wollen. Das der Blitzschlag auch eine Persönlichkeitsspaltung mit sich brachte verheimlich er um seine Studien zum Ursprung der Sprache weiterführen zu können. Nach 50 Jahren verliebt er sich in eine Mädchen welches kurze Zeit später ebenfalls vom Blitz getroffen wird. Sie kann sich daraufhin wie in Trance in Personen aus anderen Zeitaltern versetzen und deren Sprache sprechen. Der Professor liebt sie, will sie aber auch als Mittel für seine Studien halten und merkt erst zu spät dass sie -komplementär zu ihm- in jeder Trance rapide altert. Der Film führt das faustische Spannungsverhältnis von Liebenden und Wissenden vor Auge und unterhält auf kurzweilige Art und Weise. Unter der Regie des berühmten Francis Ford Coppola, ist ein interessantes Gedankenspiel mit dem Phänomenen der Zeit entstanden.


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Man from Earth (2007)

Der Film ist intellektuell ein absolutes Meisterwerk und kommt doch mit einer Hand voll Schauspielern in einem einzigen Wohnzimmer und mit einem Budget von 200.000$ aus. Ein beliebter Rektor und Professor will die Stadt verlassen und wird zum Abschied von seinen Kollegen besucht und um Gründe für sein Fortgehen gefragt. Er offenbart eine Geschichte als Gedankenspiel deren mögliche reale Gültigkeit bis zum Ende des Films offen bleibt. Thematisch setzt er an "Jugend ohne Jugend" an, da er behauptet er altere nicht und sei bereits 14.000 Jahre auf der Erde. Seine Zuhörer sind Experten aller Gebiete der Wissenschaft und versuchen ihn kritisch zu prüfen, um ihr Weltbild nicht zu erschüttern. Neben den interessanten Einblick in Wissenschaftsschulen mit ihren jeweiligen "Denkverboten", ist es interessant zu hören, wie Geschichte durch einen Augenzeugen im Nachhinein gedeutet und durch Überlieferung verwässert bzw. umgedeutet wird. Ein wirkliches Meisterwerk für Tiefschürfer!


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Demnächst dann gern:
Road to Guantanamo, Nomansland, The Illusionist, W - ein missverstandenes Leben, Religulous, Persepolis, Das Wunder von Berlin, the duchess, Momo, Ohorten, Lord of war, American Gangster, Hotel Ruanda


Soll es einen extra Link an der Seite zu allen (evtl. folgenden) Filmempfehlungen geben?

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Zuletzt aktualisiert: 17. Apr, 22:14

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