Mittwoch, 9. April 2008

Nancy und der Flaum

Große Ernüchterung lautet die Zusammenfassung der ersten Tage in meiner Postkommunistischen (Wieder-)Wahlheimat. Zusammegfasste Gefühlslage nach intensiver Stadt- und Universitätsbegehung: Die letzten Normalen Menschen sind im Aussterben begriffen und die Kuriositäten der Gesellschaft drängen in die freie Wildbahn. Das schon bekannte Panoptikum erweitert sich. Die bekannten Charakterspielarten von Jim-Beam gealterten Konterfeis, trainingsbeanzugten Modernisierungsverlierern mit Schnautzer und in Nylonjacke sowie im imaginären Realsozialismus gefangenen Rentnern, die morgendlich in die Rabatttempel drängen um das Schlangestehen nach Konsumgütern täglich herbeizuführen, werden nun durch jene spezies ergänzt, die man glaubte mit dem Abgang von der Penne hinter sich gelassen zu haben.
Nach der anfänglichen Verzückung über wohl akzentuierte und-präparierte Gesichtszüge (im Folgenden „Nancy“) und das Erschrecken über Flaumbesäumte und mit Erstklässlerrucksäcken dekorierten Mannsbildern (im Folgenden „Flaum“) stellt sich die Frage wo dieses in Mode gekommene Persönlichkeitsprofil aus tellerrandumsäumter Opportunität und und kapitulierender Resignation zu haben ist?

Als kleiner Wermutstropfen verbleibt die Gewissheit, derartige Stilblüten des Mainstreams nicht in Semester übergreifenden Seminaren bewundern zu müssen und dass sic unkompliziert in die Kaffeeduftstrotzende und Zeitungsaffine Neu-WG rückziehen zu können.

bonjour Tristesse human

au revoir

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Zuletzt aktualisiert: 17. Apr, 22:14

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