Donnerstag, 14. August 2008

Halbzeit in Spanien

... als erste Amtshandlung auf spanischem Boden nahm der verschwitzte Handlungsreisende eine Dusche, platzierte den befuellten Transporttorso im stillen Kaemmerchen und besichtigte Valencia per Vehikel. Ein Formel 1-Ring wird da gebaut auf den der maennliche spanische Nachwuchs sehr stolz zu sein scheint. Ausserdem gibts historisches und einige progressive Betonbauten* des Architekten Santiago Calatrava, die ein Ozenarium* und eine Science-Musseum beherbergten. Bei Ersterem machte unsere deutsche Mitstudentin einen kleinen Ausflug ins Land der Traeume* als wir zu lang bei 42 Grad in der Sonne stehen mussten. Bei Letzterem konnte ich die bis auf weiteres einzige behindertengerechte oeffentliche Einbrichtung Spaniens begutachten, welche unter anderen eine sehr interessante Ausstellung zum Thema Frau beherbergte. Selten habe ich ein Thema so vielseitig recherchiert und so aufgeklaert-offen dargelegt wiedergefunden. Englischsprachig und auf keinen Fall konservativ war die Ausstellung ein Schmankerl.

Am Abend ass man lecker beim Olympiausrichter und rettete sich dann hinter Metallstaeben vor an Hoernern brennenden und rennenden Stieren*. Fuer betrunkene Spanier gehoert Fluchtrennen vor einem tollen Stier zum Maennlichkeitsverstaendniss. Ab und holt einen dann der Darwinismus aber schnell auf den Boden der Arena zurueck und dann ist beim Kampf "surviest of the fittest" der Stier eben fitter gewesen.

Von der klimatisierten Wohnung des Freundes zog man bald in die Finka eines weiteren Studienkumpels am Strand in Gandia um. Die Tage wurden weiter in die kuehle Nacht verschoben und die Sonnenzeit am Strand oder in der Chiringuito* verbracht. Dass Alkoholika in der Waerme (auch auf den Tag verteilt) nur in ueberschaubaren Mengen vertraegt wurde Lesson 1 am ersten Strandtag der fuer den Handlungsreisenden frueh auf einer Matratze im schattigen Swimmingpool der Finka endete.

Des Wochenendes viel die bunte schwedische Erasmusschaar ein und ca. 20 Gluehbirnen (im doppelten Sinne) initierten ein Basisstation auf einem Campside in Strandnaehe. Boden hart, Duschen kalt, eigentlich nie saubere oder mit Papier bestueckte Toiletten, bescheidene spanische Kueche am Imbiss und eine troenende Partyhorde (genannt "Machinetas" (abgel. von rythmischem gezappel zu sog. Techno)) die nach durchzechter Nacht auf das Ende des Beschallungsverbotes gegen 8 Uhr wartete, liessen die gemeinsamen Tage zum "Erlebniss" werden. Cheringuito, gutes Fideua, einen ersten Eindruck reginoaler Meereskost, gute Koerperbraune und nette Abende mit Boutailione, (schweden-)Geschichteerzaehlen und sogenanntem "Clubhobbing" sind Schlagworte des ersten Revival-Erasmus-Treffens.

Als Schmankerl des letzten Tage konnte ich mich nach der fuer uns ausgerichteten Geburtstagsfeier eines Freundes am Strand mit Liveband, gutem Essen, vielen Leuten und guten Weinen vergewissern, dass ich wirklich Knochen und keinen Gruetze im Leib habe. Bei dem beherzten halbmeter-Sprung vom sandigen Strand auf steinigen Fussweg trixte Letzterer sehr unsportlich. Nachdem ich weiterlief, mein Gespraech beendet hatte und es etwas zu jucken begann schaute mich an der Frontpartie meines Unterschaenkels ein Knochen an. Vom Kratzer zum Schnitt dachte sich der Handlungsreisende, hielt die Wunde an zwei Stellen mit Daumen und Zeigefingern zu, wartete auf die Ambulance, liess sich den "kleinen Schlaatz" mit 6 Stichen naehen und kehrte gegen 6 Uhr des Morgens am Tag der geplanten Abreise im Refugium der Machinetas zurueck. Kein Baden, Schmerzpillen und Antibiotika im Gepaeck. Mittlerweile ist der Spass am verheilen und der Frosch huepft wieder... weiter Richtung Sueden.

*) Bilder gibts wieder hier!)

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Zuletzt aktualisiert: 17. Apr, 22:14

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